Gesuch

Wenn jemand eine Wundermittel gegen meine Kopfschmerzen und Migräne hat, und nebenbei noch die Probleme mit meinem Kurzzeitgedächtnis lösen kann, der darf sich vertrauensvoll an mich wenden. Ich werde es auch sicher belohnen.

4.12.06 19:23, kommentieren

"Fühle dich nicht schuldig wenn du nichts mit deinem Leben anzufangen weißt"

Die Band Faktor 7 brachte zusammen mit Synchronsprecher Manfred Lehmann (Bruce Willis, Kurt Russel, Gerard Depardieu) ein Lied heraus. Aus selbigem ist der Titel dieses Eintrags entnommen. Ich höre das Lied in letzter Zeit sehr oft, auf der einen Seite dient es als Lebensstütze, andererseits macht es depressiv, wenn man bereits in einer negativen Grundstimmung ist. Und aus eben dieser komme ich zur Zeit gar nicht mehr raus. Meine Kopfschmerzen hindern mich daran nur einen vernünftigen Gedanken zu Ende zu führen, geschweige denn irgendwelche Aufgaben zu erledigen. Das wiederum hat natürlich Auswirkungen auf mein Studium, ich komme in den Vorlesungen nicht mehr bin, bin ständig genervt, übermüdet und finde keinen ruhigen Schlaf. Verstärkt wird dieser Effekt mit der Frage ob dass was ich dort überhaupt tue das Richtige für mich ist. Wie soll man etwas, mit Erfolg abschließen wenn man selbst nicht davon überzeugt ist, und einem der Ehrgeiz fehlt. Gewissensbisse hier, andere Sorgen dort. Da ich notorischer Single bin habe ich niemanden an dessen Schulter ich mich lehnen kann, und für 5 Minuten die Sorgen um mich herum vergessen kann. Und wenn ich einmal ehrlich zu mir selbst bin, bin ich seit meiner Geburt Single. Die Frauen mit denen ich meist nur kurze Zeit die Sehnsucht überbrückt habe, haben mir rückblickend selten bis nie wirklich viel bedeutet. In der Zeit habe ich die Augen vor der Realität verschlossen bis ich, meist auf Rücksicht auf die Gefühle der Partnerin, die Geschichten wieder beendet habe. Irgendwie fehlt mir tief im inneren etwas. Eine Person die mir so wichtig wie meine Familie ist. Jemand den ich liebe, dem ich vertraue, mit dem ich meine Zeit ja sogar mein Leben verbringen will.

In der letzten Zeit lasse ich viele meiner diesbezüglichen Erinnerungen revue passieren. Ich male mir aus was wäre gewesen wenn. Manche Leute würden behaupten ich würde mir "Traumschlösser" bauen, doch dagegen wehre ich mich. Schließe träume ich nicht, sondern denke einfach nur rational darüber nach, wie sich manche Dinge weiter entwickelt hätten wenn ich mich zu einem bestimmten Zeitpunkt anders entschieden hätte.

Mir fällt es besonders schwer Kontakt zu anderen Personen herzustellen, da ich doch eher ein introvertierter Mensch bin, dies aber im Freundeskreis gut überspiele. Ich würde mich sogar als feige bezeichnen, wenn es darum geht jemanden Unbekannten anzusprechen. Mir wird nachgesagt arrogant zu wirken, und unrecht haben die Leute dabei nicht wirklich. Ich wähle mir aus wer mit mir reden darf bzw mit wem ich rede. Und bin oft peinlich berührt wenn man mir ein Kompliment oder eine "Liebeserklärung" macht. Ich weiß nicht damit umzugehen... ausser blöd aus der Wäsche gucken, und fest daran zu zweifeln, dass soeben Gesprochenes tatsächlich ernst gemeint war bring ich nicht fertig.

So hat sich bei meinen "Revues" eine Szene besonders fest eingebrannt und wird sehr häufig neu konstruiert, mit "was wäre wenn?".

Die Geschichte beginnt damit, dass mir in einer Bar bei uns eine Bedinung aufgefallen ist. Sie strahlte etwas besonderes aus, besser beschreiben kann ich es leider nicht. Mit der Zeit fand ich herraus, dass sie ein gutes Stück älter war (wieviel genau hab ich erst vor kurzem erfahren), eine Tochter hat, und zu dem Zeitpunkt meines Wissens nach Single war. Sie hat es durch ihr Auftreten geschafft mich für sie zu begeistern, nicht dass ich großartiges Interesse auf näheren Kontakt hatte, ich wollte einfach nur mehr über sie erfahren. Über Bekannte habe ich während des WM Sommers einen Techniker Job an einer public viewing Stätte bekommen, und an dem Stand der für unsere Verpflegung zustänig war arbeitete wie durch Zufall (wenn man genauer darüber nachdenkt war es kein Zufall, doch um dies weiter auszuführen bräuchte ich mehrere Seiten) besagte Bedienung. Da sie ein sehr aufgeschlossener Mensch kam es dazu, dass wir uns recht bald ziemlich gut verstanden. Ich mochte ihre aufgeweckte leicht freche Art, mir gefiel, dass sie nicht auf den Mund gefallen war, und auf jeden Spruch einen noch besseren Konter auf Lager hatte.

Nach der WM verbrachte ich viel Zeit in dem Lokal nur um in ihrer Nähe zu sein. Ihr dass zu sagen, dazu fehlte mir der Mut.

So kam es dann, dass wir uns auf einem Bowling Turnier trafen. Instinktiv habe ich darauf gehofft, wie durch ein Wunder war sie tatsächlich mit ihren Kollegen da. Ihre Feier verlief feucht fröhlich, und sie fragte mich was ich an besagtem Abend noch vor hätte. Ich erzählte ihr davon, dass ein Freund und ich noch auf eine After-Party im Stadtzentrum schauen würden, worauf hin sie uns erzählte, dass ihre Belegschaft die selben Pläne hätte. Es vergingen knapp 2 Stunden bis sie tatsächlich auftauchten. Man merkte sofort, dass die Truppe gut Alkohol getankt hatte. Wir waren zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon im Begriff zu gehen, und mein Fahrer drängte dazu die Biege zu machen. Irgendwie konnte ich ihn doch dazu nötigen länger zu bleiben, um nochmal die Chance auf ein Gespräch mit ihr zu haben. Als sie mich entdeckte kam sie gleich auf mich zu, und beauftragte ihre Freundin damit sich um meinen Fahrer zu kümmern, um ihn bei Laune zu halten. Wir vertieften uns in ein Gespräch, bis sie mich plötzlich auf die Tanzfläche zerrte, was mir total missfiel, da ich nie tanze. Sie legte ihren Arm um mich, und offenbarte mir, dass sie jetzt wo sie nicht mehr voll bei Sinnen war, ehrlich zu mir sein müsste. Sie erzählte mir was für ein süßer Typ ich doch wäre, und wenn sie nicht 8 Jahre älter wäre als ich, würde sie mich sofort behalten. Ich konnte mir kaum vorstellen, dass sie bereits 28 war, denn so sah sie nun wirklich nicht aus. Deshalb fragte ich sie, ob sie tatsächlich schon so ält wäre. Daraufhin fanden wir herraus, dass sie dachte ich wäre 3 Jahre junger als ich es wirklich bin. Demzufolge bin ich 21, und sie 26. Nachdem sie ihre Fehlkalkulation bemerkt hatte konnte man von weitem sehen wie sie über irgendetwas stark nachdachte. Sie bat mich meine Augen zu schließen, da ich nicht sofort verstanden hatte was sie gesagt hatte, bat ich sie darum ihren letzten Satz zu wiederholen. "Schließ deine Augen". Irgendwie wollte ich nicht wahrhaben, dass sie jetzt genau das wollte was ich mir gedacht habe... Ich fragte deshalb nach was Sinn und Zweck des ganzen wäre, und sie legte ihre Arme enger um mich. Da bereits ihre komplette Belegschaft sich als Publikum eingefunden hatte, und ich ihr diese Peinlichkeit ersparen wollte schlug ich das Angebot aus, und bin nach Hause gefahren.

Nach reichlicher Überlegung ist mir erst klar geworden welche Chance ich dabei verpasst habe. Ich traute mich nicht mit ihr darüber zu reden, und fragte sie nur ob sie sich an den Verlauf des Abends noch erinnern konnte. Sie verneinte, und ich beschloss ihr die Peinlichkeiten zu ersparen und behielt "unser" Geheimnis für mich. Mir fehlte der Mut offen mit ihr darüber zu sprechen. Instinktiv war ich dennoch der Meinung, dass sie sich darüber Gedanken gemacht hat, was sie dort gesagt haben muss, denn ich merkte wie sie leicht errötete.

Ich beließ es bei diesem Gespräch, und fasste mir erst knapp 2 Monate später den Mut auf einer Feier ihr von meinen Gefühlen zu berichten. Da ich aber in der zwischenzeit umgezogen bin, und deshalb nicht mehr soviel aus der alten Heimat mitbekomme, ist mir entgangen, dass sie mittlerweile einen Freund hat. Gott sei Dank habe ich das kurz vor meinem Geständnis erfahren, und sämtliche Pläne über Bord geworfen, und stillschweigen bewahrt. Trotzdem tut es weh, auch wenn es mich freut, dass sie jetzt "glücklich" ist, auch wenn sie nicht wirklich danach aussieht, und die eine oder andere Andeutung in diese Richtung gemacht hat.

Meine Moral von der Geschicht:

Wer zu spät kommt den bestraft das L(i)eben...

3.12.06 16:06, kommentieren

 

 

Tja schön blöd für die zwei Typen, dass sie da leider an einen Boxer geraten sind. Letztendlich haben sie es nicht anders verdient, auch sicher nicht anders gebraucht. Einen Hinter die Löffel zu bekommen hat noch niemanden geschadet... 

30.11.06 23:36, kommentieren

Alles und Nichts

Kennt ihr das Gefühl den Arsch voll Arbeit zu haben und dennoch nicht zu potte zu kommen? Liegt es daran, dass Man(n) sich nicht dafür entscheiden kann womit man anfängt den Berg der Tätigkeiten die man über Tage und Wochen vor sich hergeschoben hat abzutragen?

Der Berg ruft, richtig, aber er spricht nicht meine Sprache... denke ich zumindest, wobei denken und wissen bekanntlich zwei Paar Schuhe sind. An Tagen wie heute frage ich mich ob überhaupt jemand meine Sprache spricht. Wenn ich mich der Welt als ich selbst präsentiere fühle ich mich nur zu oft missverstanden. Bin ich anders als der Rest?

Jaein, rein offensichtlich habe ich die selben Merkmale, 2 Augen, eine Nase einen Mund, und auch der Rest meines Körpers macht auf den ersten Blick einen durchschnittlichen Eindruck.  

Dennoch bin ich der festen Überzeugung mich vom Großteil der Menschen zu unterscheiden. Darauf will ich aber heute nicht weiter eingehen, mit der Zeit wird klar werden was gemeint ist.

Und wieder schweife ich vom Thema ab, nur um das schlechte Gewissen zu beruhigen. Vor einem Monat habe ich das studieren angefangen. Ein neuer Lebensabschnitt hat begonnen, der Auszug von zu Hause, weg von alt bekanntem, um direkt ins kalte Wasser geworfen zu werden. Diese Tatsache wäre wohl weniger schlimm, wenn man das studieren könnte was einen wirklich interessiert. da in unserem Staat nicht die Person sondern deren Leistung im Vordergrund steht war es mir mit meinem ausgezeichneten Abiturschnitt nicht möglich. Somit habe ich mich für das geringste Übel entschieden, und das einzige Fach belegt dass keinen NC hatte und mich halbwegs angesprochen hat. Es ist demotivierend zurück gewiesen zu werden ohne sich vorgestellt zu haben. Natürliche Selektion sieht anders aus. Aber heutzutage braucht man ja Arbeitstiere um mehr Arbeit, mit weniger Personal in geringerer Zeit zu produzieren, um die Kosten gering zu halten, damit sich die Alpha-Männchen des Affenstalls noch mehr Geld in den Rachen werfen können. Wie eine großzügie Wohltat wirkt es wenn ein Siemens-Benq Oberhaupt auf eine 30%tige Gehaltserhöhung verzichtet zu Gunsten der soeben entlassenen Mitarbeiter.

Hätte er nicht auch noch auf 30% seines normalen Solds verzichten können um damit einen Bruchteil der Arbeitsplätze zu retten? Nein, er hat seine Arbeit getan, sein Gewissen befriedigt, wie ich wenn ich mir alternativen Zeitvertreib suche. Soviel unterscheidet mich also doch nicht zum Typ (Karriere)Mensch. Letzendlich wirkt die barmherzige Tat des Firmen Samariters wie eine 5 Euro Spende für die SOS Kinderdörfer um bei der nächsten Runde auf der Weihnachtsfeier damit prahlen zu können wie großzügig man doch ist.

18.11.06 20:03, kommentieren